BLOG · 2026-09-02
Live A Live (1994) — 270.000 Stück galten als Misserfolg. 28 Jahre später: 500.000 weltweit
Heute ist Erscheinungstag #45 — 2. September 1994, Super Famicom
2. September 1994: Sieben Epochen erschienen auf einmal
Hallo, hier ist Toki. Folge 45 von „Heute ist Erscheinungstag“. Das Spiel des Tages ist ein Rollenspiel mit sieben Hauptfiguren.
Screenshot des HD-2D-Remakes von LIVE A LIVE (2022), Steam-Shopseite (SQUARE ENIX)
Live A Live. Square veröffentlichte es am 2. September 1994 für das Super Famicom, zu 9.900 Yen ohne Steuer, Artikelnummer SHVC-5V.
Urzeit, das Ende der Samurai-Zeit, der Wilde Westen, Kung-Fu, die Gegenwart, die nahe Zukunft und die ferne Zukunft. Sieben Geschichten mit sieben Schauplätzen auf einem einzigen Modul. Und man beginnt mit dem Kapitel, das man will.
Heute sind es genau 32 Jahre. Und das Spiel verkauft sich inzwischen besser als damals. Von diesen 32 Jahren handelt dieser Text.
Jedes Kapitel tauscht die Spielweise selbst aus
Die sieben Kapitel unterscheiden sich nicht nur in der Epoche, sondern auch im Spiel. Das Urzeit-Kapitel kommt fast ohne Dialoge aus.
Das Gegenwartskapitel funktioniert wie ein Prügelspiel: Man lernt Angriffe, indem man sie einsteckt. Das Edo-Kapitel ist eine Schleichgeschichte, und man kann es beenden, ohne jemanden zu töten.
Gekämpft wird auf einem Raster aus sieben mal sieben Feldern. Die eigene Position verändert die Reichweite der Angriffe — das fühlt sich weniger nach Prügelei an als nach Brettspiel.
Screenshot des HD-2D-Remakes von LIVE A LIVE (2022), Steam-Shopseite (SQUARE ENIX)
Sieben Manga-Zeichner gestalteten je eine Hauptfigur. Gosho Aoyama das Edo-Kapitel, Kazuhiko Shimamoto die nahe Zukunft, Ryōji Minagawa die Gegenwart.
Yoshinori Kobayashi die Urzeit, Osamu Ishiwata den Western, Yoshihide Fujiwara das Kung-Fu-Kapitel und Yumi Tamura die ferne Zukunft. Die Musik stammt von Yoko Shimomura, Regie führte Takashi Tokita.
Nach allen sieben Kapiteln öffnet sich ein achtes im Mittelalter. Von dort führt das Finale alle verstreuten Epochen zu einer einzigen Linie zusammen. Dieser Aufbau wurde zum Markenzeichen des Spiels.
29 von 40 Punkten. Und 270.000 Stück galten als Misserfolg
Zum Erscheinen vergaben die vier Famitsu-Rezensenten zusammen 29 von 40 Punkten.
Ihre Urteile lagen nah beieinander. Die Fülle des Inhalts gefiel ihnen, doch die Grafik wirkte im Vergleich zu anderen Super-Famicom-Titeln jener Zeit dünn.
Der Grund liegt auf der Hand. Auf dem Bildschirm ist jede Figur nur ein Feld groß. In dieser Größe waren die Handschriften von sieben Manga-Zeichnern kaum zu unterscheiden.
Auch die ungleiche Länge und Schwierigkeit der Kapitel wurde damals angemerkt. Ein Kapitel ist schnell vorbei, ein anderes hält einen fest.
In Japan verkauften sich 270.000 Stück. Für sich genommen ist das keine kleine Zahl.
Doch der Verlag hieß Square. Final Fantasy stand im selben Haus, und daran wurde gemessen.
So galten diese 270.000 Stück im Jahr 1994 als Misserfolg.
28 Jahre später neu gebaut — genau dort, wo es am meisten störte
Am 22. Juli 2022 wurde Live A Live für die Nintendo Switch neu gebaut, im selben HD-2D-Stil wie Octopath Traveler.
Die ein Feld hohen Helden standen plötzlich in einem Bild aus Licht und Tiefe. Genau das, was 1994 am meisten störte, wurde zum Kern des Remakes.
Screenshot des HD-2D-Remakes von LIVE A LIVE (2022), Steam-Shopseite (SQUARE ENIX)
Zwischen Juli und September 2022 verkaufte es sich 500.000-mal weltweit, davon über 140.000-mal in Japan.
Mit den 270.000 japanischen Exemplaren von 1994 lässt sich das nicht eins zu eins vergleichen. Und doch wurde aus einem als Misserfolg verbuchten Spiel eines, das sich eine halbe Million Mal verkauft.
Auch der Kritikerschnitt stieg: Die Switch-Fassung steht bei 81 auf Metacritic. Am 27. April 2023 kam sie zudem für PlayStation und PC, und ein einst nur in Japan verkauftes Spiel ist heute überall erhältlich.
Screenshot des HD-2D-Remakes von LIVE A LIVE (2022), Steam-Shopseite (SQUARE ENIX)
Gibt es ein Spiel, dessen Ruf erst später nachkam?
Das Gerüst blieb fast gleich. Sieben Kapitel, das Sieben-mal-sieben-Raster, der Kniff im Finale — alles wie 1994. Verändert haben sich das Aussehen und die Zeit, die darauf blickt.
2. September 1994. Ich schreibe die Jahreszahl auf. Heute, am 2. September 2026, sind es genau 32 Jahre.
Damals stand an diesem Tag ein Modul für 9.900 Yen im Regal. Zusammen mit den Zahlen 29 und 270.000 blieb es eine Weile ganz hinten stehen.
Gibt es bei Ihnen ein Spiel, dessen Ruf erst später nachkam? Wenn Sie sogar den Erscheinungstag erinnern, umso schöner.
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