BLOG · 2026-08-26

Ecco: The Tides of Time (1994) — „leichter als der erste Teil“ und „deutlich schwerer als der erste Teil“, zur gleichen Zeit geschrieben

Heute ist Erscheinungstag #39 — 26. August 1994, Mega Drive

26. August 1994: ein sanft aussehendes Spiel, das gar nicht sanft war

Hallo, hier ist Toki, Folge 39 von „Heute ist Erscheinungstag“. Held des Tages ist ein Delfin. Das Bild wirkt weich, doch von Anfang an hing ein Wort daran: schwer.Spielszene aus Ecco: The Tides of TimeAus dem Vorschaubild von „Ecco 2 - The Tides of Time - Mega Drive / Genesis Longplay“ (Debyaka, YouTube)

Das Spiel heißt Ecco: The Tides of Time. SEGA brachte es in Japan am 26. August 1994 für das Mega Drive heraus, zu 6.800 Yen, Bestellnummer G-4123, auf einem 16-Megabit-Modul.

Reizvoll ist, wie sauber sich die Meinungen teilten. „Zugänglicher als der erste Teil“ und „deutlich schwerer als der erste Teil“ standen zur selben Zeit nebeneinander.

Die japanische Mega-Drive-Fassung des ersten Ecco the Dolphin war am 30. Juli 1993 erschienen, ebenfalls für 6.800 Yen. Der Nachfolger kam gut ein Jahr und einen Monat später.

Schwimmen, rufen, sich verwandeln, durch die Zeit ziehen

Die Grundlagen bleiben gleich. Man schwimmt mit Ecco durchs Meer, sendet Sonar aus, um die Umgebung zu lesen, und taucht zwischendurch zum Atmen auf.

So sah das Meer im ersten Teil aus. Der Nachfolger übernimmt diesen Blick fast unverändert.Ein Unterwasserbild aus dem ersten Ecco the DolphinAus einem Screenshot von „Ecco the Dolphin™“ auf Steam (SEGA)

Zwei Fähigkeiten kommen hinzu. Die erste ist der Pulsar, ein aufgeladener Sonarstoß in mehrere Richtungen.

Die zweite ist die Metasphäre. Berührt man sie, ändert Ecco die Gestalt: Möwe, Qualle, Hai, Fischschwarm, sogar ein Fluggerät des Gegners.

Auch die Art der Bildschirme wuchs. Neue Pseudo-3D-Abschnitte führen durch Ringe in die Tiefe, ganz ähnlich einem Shoot’em-up in die Bildmitte.

Die Geschichte setzt den ersten Teil fort. Ecco kämpft gegen die eindringenden Vortex und verfolgt das Schicksal des Meeres durch die Zeit.

Entwickelt hat es Novotrade International in Ungarn, veröffentlicht SEGA. Das Packungsbild stammt von Boris Vallejo, bekannt für seine Fantasy-Figuren.

Dasselbe Spiel, und die Tester waren sich bei der Schwierigkeit uneins

Das US-Magazin Electronic Gaming Monthly setzte vier Tester auf die Mega-Drive-Fassung und kam auf 7,25 von 10 Punkten.

Einen Fortschritt gegenüber dem ersten Teil sahen alle. Bei der Schwierigkeit nicht: Zwei der vier nannten es deutlich schwerer als das Original. Die auffallend kräftigen Farben lobten dagegen alle.

GamePro sah es umgekehrt und hob den leichteren Einstieg und den Spaß an den Verwandlungen hervor. Zum Ton hieß es: „All the game's audio is simple, soothing and effective“.

Next Generation vergab 3 von 5 Punkten: „Taxing puzzles, RPG elements, shooting stages, and some of the best Genesis graphics to date make you want to reel Ecco II in, but it's certainly not a keeper.“ Schön und fordernd, aber nichts fürs Regal.Ein Testvideo zu Ecco: The Tides of TimeAus dem Vorschaubild von „CGR Undertow - ECCO: THE TIDES OF TIME for Sega Genesis Video Game Review“ (CGRundertow, YouTube)

Auch die Umsetzungen wurden besprochen. Die Game-Gear-Fassung bekam 6,5 Punkte im selben Magazin. GamePro nannte sie „very slow-paced and difficult“, hielt sie aber für „worth the effort“.

Die Sega-CD-Fassung erhielt 7,6 Punkte. Tester Mike Weigand schrieb: „Take the Ecco 2 game and add beautiful music and excellent sound effects and you get the Ecco 2 CD.“ Gleiches Spiel, anderes Ohr.

Zweiunddreißig Jahre später fällt immer noch zuerst das Wort schwer

Vom 26. August 1994 bis zum 26. August 2026 sind es genau zweiunddreißig Jahre. Ein Text fühlt sich für mich erst fertig an, wenn eine Jahreszahl darin steht — hiermit erledigt.

Merkwürdig ist, dass die Debatte stehen geblieben ist. Ein japanisches Nachschlagewerk schreibt bis heute, die Schwierigkeit sei hoch, und zweifelt, ob jemand, der nur wegen der Optik zugreift, vergnügt bis zum Ende kommt.

Auf derselben Seite steht aber auch, die Mehrheit halte es für leichter als den ersten Teil. Der Streit von 1994 wurde einfach weitergereicht.

Das Lob für den Klang hat ebenfalls überlebt. Lange Mitschnitte der Sega-CD-Fassung gibt es noch, man kann also nachhören.Spielszene der Sega-CD-FassungAus dem Vorschaubild von „Sega CD Longplay [101] Ecco: The Tides of Time (US)“ (WorldofLongplays, YouTube)

Nebenbei: Die japanische Game-Gear-Fassung erschien im Folgejahr 1995. Ihre Level wurden stark umgebaut.

Hat Sie je ein Spiel sanft angesehen und dann wehgetan?

Ecco ist kein starker Delfin. Rammen, rufen, zum Atmen auftauchen — drei Bewegungen, und damit ein ganzes Meer.

Vielleicht ist es genau deshalb schwer. Das Wasser reicht endlos weit, der richtige Weg hindurch bleibt schmal.

Hat Sie je ein Spiel sanft genug angesehen, dass Sie zugriffen, und dann wehgetan?

26. August 1994. Ich schreibe die Jahreszahl noch einmal. An diesem Tag wurde das Meer des Mega Drive deutlich rauer.

Reactions (no login)

Anonymous • one of each per visitor per day

Read next

コメント(ログイン不要)

まだコメントはありません。最初のひとことをどうぞ。

誰でも投稿できます • 名前のみ。メールアドレスは集めません