BLOG · 2026-09-24

Art of Fighting (1992) - das Kampfspiel mit anschwellenden Gesichtern, in dem sich der "Superspezialangriff" durchsetzte

Heute ist Erscheinungstag #65 - 24. September 1992, in Spielhallen auf dem Neo Geo MVS

24. September 1992 - das erste Spiel unter dem Schlagwort 100 Mega Shock

Hallo, hier Toki. Folge 65 von "Heute ist Erscheinungstag". Das heutige Spiel hat dem Wortschatz der Kampfspiele ein Wort hinzugefugt.

SNK brachte Art of Fighting am 24. September 1992 in die Spielhallen, auf dem Neo Geo MVS. Beworben wurde es als erster Titel von "THE 100MEGA SHOCK". Heute sind es genau vierunddreissig Jahre.Vorschaubild eines Videos, das das Arcade-Spiel Art of Fighting vorstelltAus dem Vorschaubild von "ACA NEOGEO ART OF FIGHTING" (HAMSTER Corporation, YouTube)

Die Geschichte ist kurz. Yuri Sakazaki wurde entfuhrt, also durchstreifen ihr Bruder Ryo Sakazaki und sein Freund Robert Garcia die Stadt. Mehr ist es nicht.

Was das Spiel jedoch mitbrachte, wurde danach zum Standard des Genres. Darum geht es heute.

Kommt man naher, zoomt das Bild heran; wer Treffer kassiert, dem schwillt das Gesicht

Zuerst fiel das Bild auf. Wenn die beiden Kampfer sich nahern, zoomt die Ansicht in zwei Stufen heran. Eine Figur kann zwei Drittel des Bildschirms fullen.

Nicht nur die Zeichnung wird grosser. Die Trefferzonen andern sich mit.

Das andere ist, dass Schaden sichtbar bleibt. Wer oft am Kopf getroffen wird, dem schwillt das Gesicht. Sonnenbrillen und Masken fliegen weg.

Wer durch einen Spezialangriff verliert, dem zerreisst die Kleidung. In Dinge, die nichts entscheiden, floss viel Arbeit.

Unter der Lebensleiste kam eine zweite Anzeige dazu

Bis dahin hatte ein Kampfspiel eine Anzeige: die Lebensleiste. Ist sie leer, hat man verloren. Einfach.

Art of Fighting setzte eine Geistesleiste darunter. Jeder Spezialangriff verbraucht davon.

Ist sie niedrig, fliegen Geschosse nicht mehr weit und treffen schwacher. Halt man die Taste gedruckt, fullt sie sich langsam wieder.

Dazu kommt die Provokation. Wer den Gegner verspottet, senkt dessen Geistesleiste. Eine Angeberei bekam eine klare Aufgabe.

Eine Ressource neben der Lebensleiste zu verwalten: Diesen Gedanken tragen die meisten Kampfspiele bis heute.

Hier setzte sich der Begriff "Superspezialangriff" durch

Eine Stufe uber dem Spezialangriff. Art of Fighting gilt als das Spiel, das sowohl diese Kategorie als auch ihren Namen verbreitet hat.

Ryos Haohshokohken ist ein Geschoss, gross genug, um den Bildschirm zu fullen. Die Bedingungen sind streng, die Eingabe ist lang.

Das Interessante ist, wie man ihn lernt. Wer die Bonusrunde besteht, die alle zwei Kampfe kommt, hebt seine Lebens- und Geistesgrenzen und erlernt den Superangriff.

Das Einuben einer Technik steckt damit in der Erzahlung selbst. Hier wurde der Wunsch der Macher, eine Geschichte zu zeigen, konkret.

Auch die Schlagserie Ryuko Ranbu soll mit diesem Spiel begonnen haben.

Die Aufnahme 1992 - ein Werbeslogan aus Modulgrosse und eine US-Verkaufsliste

Die Werbung stutzte sich auf die Speichergrosse. "100 Mega Shock". Es war die Zeit, in der die ROM-Kapazitat eines Moduls die Schlagzeile war, und dieses Spiel wurde als erstes dieser Reihe herausgestellt.

In der amerikanischen Fachzeitschrift RePlay stand es im Dezember 1992 an der Spitze der Liste der Umrustsatze - jener Platinen, die Betreiber in ihre Gerate einsetzten.

Die Heimfassung folgte rasch: Die Neo-Geo-AES-Version erschien am 11. Dezember desselben Jahres.

Weitere Umsetzungen kamen. Super Famicom am 29. Oktober 1993, Mega Drive am 14. Januar 1994, PC Engine CD-ROM2 am 26. Marz 1994, Neo Geo CD am 9. September 1994.

Die Noten fur die spateren Neuveroffentlichungen fallen dagegen hart aus. GameSpot gab 4/10, IGN 4,5/10. Beide raumen ein, dass die Grafik zu den besten auf dem Neo Geo zahlt, gehen mit dem Spiel selbst aber streng um. Die strengen Bedingungen der Spezialangriffe werden immer wieder als Grund genannt.

Ob Lob oder Tadel, verglichen wurde meist mit Street Fighter II. Dass Ryo und Robert an Ryu und Ken erinnern, wurde lange angemerkt. Dan Hibiki, den Capcom 1995 einfuhrte, gilt als Parodie auf die beiden.

Vierunddreissig Jahre spater, 2026, kehrt das Gaiden mit einem R zuruck

Am 29. Juni 2026 kundigte SNK ART OF FIGHTING GAIDEN R an.

Die Vorlage ist Art of Fighting Gaiden von 1996. Nach rund dreissig Jahren wird es als Remaster fur aktuelle Gerate neu gebaut.

King und Yuri Sakazaki, die im Original fehlten, werden spielbar, und Onlinepartien laufen uber Rollback. Erscheinungszeitraum und Preis sollen spater bekannt gegeben werden.

Vierunddreissig Jahre nach einer Geschichte uber eine entfuhrte Schwester tritt diese Schwester nun selbst zum Kampf an.

Ich schreibe die Jahreszahl auf: 1992

Der 24. September 1992. Wenn ich die Jahreszahl nicht so aufschreibe, fuhlt sich ein Text fur mich nie fertig an. Heute, am 24. September 2026, sind es genau vierunddreissig Jahre.

Geistesleiste und Superspezialangriff wanderten unverandert in andere Spiele. Heute sind sie selbstverstandliche Ausstattung.

Das geschwollene Gesicht und die zerrissene Kleidung wurden dagegen kaum ubernommen. Wohl deshalb, weil sie nichts entschieden. Mir sind gerade sie am besten in Erinnerung geblieben.

Gibt es ein Spiel, das Ihnen wegen einer Kleinigkeit im Gedachtnis blieb, die mit dem Sieg nichts zu tun hatte?

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