BLOG · 2026-09-19

Torneko no Daibouken: Fushigi no Dungeon (1993) — das RPG, das dich auf Stufe 1 zuruckwirft, im 33. Jahr fast unverandert neu veroffentlicht

Heute ist Erscheinungstag #60 — 19. September 1993, auf dem Super Famicom

Wie kam 1993 ein RPG an, das einen auf Stufe 1 zurucksetzt?

Hallo, hier ist Toki. Folge 60 von "Heute ist Erscheinungstag". Die Antwort zuerst: Die Leute waren irritiert. Und Famitsus Cross Review vergab trotzdem eine Gold-Hall-of-Fame-Wertung.

Torneko no Daibouken: Fushigi no Dungeon ist ein Dungeon-RPG, das Chunsoft am 19. September 1993 fur das Super Famicom veroffentlichte. Es entstand aus Dragon Quest IV. Der Held ist Torneko, der Waffenhandler aus jenem Spiel; das Charakterdesign stammt von Akira Toriyama, die Musik von Koichi Sugiyama.Ein Bildschirm aus dem 2026er Remaster von Torneko no Daibouken: Fushigi no DungeonScreenshot von der Steam-Seite des 2026er Remasters von Torneko no Daibouken: Fushigi no Dungeon (© SQUARE ENIX)

Der Werbespruch lautete "ein RPG, das man 1000 Mal spielen kann". Das war keine Ubertreibung der Werbung, sondern die Beschreibung einer Spezifikation.

Der Dungeon sieht bei jedem Betreten anders aus. Wer fallt, ist wieder auf Stufe 1 und verliert jeden mitgebrachten Gegenstand. Das Spiel sieht keinen Punkt vor, an dem man fertig ware.

Was unterschied Torneko no Daibouken von einem gewohnlichen RPG?

Drei Dinge. Der Dungeon wird jedes Mal neu erzeugt, ein Sturz wirft einen auf Stufe 1 zuruck, und eine Sattigungsanzeige lauft standig herunter.

Die Grundlage war Rogue, der 1980 auf Heimcomputern entstandene Dungeon-Crawler. Das Projekt begann, als Seiichiro Nagahata bei Chunsoft vorschlug, ein Spiel auf Basis von Rogue zu machen.

Die Pramisse damaliger RPGs lautete: Je langer man spielt, desto starker wird der Held, und diese Starke bleibt. Dieses Spiel streicht die Pramisse. Fast alles Aufgebaute verschwindet in dem Moment, in dem man fallt.

Ganz verloren ist allerdings nicht alles. Mit herausgetragenem Gold lasst sich Tornekos Laden ausbauen. Wachst der Laden, bekommt man ein Lager, und was dort liegt, darf beim nachsten Abstieg mit.Ein Bildschirm aus dem 2026er Remaster von Torneko no Daibouken: Fushigi no DungeonScreenshot von der Steam-Seite des 2026er Remasters von Torneko no Daibouken: Fushigi no Dungeon (© SQUARE ENIX)

Der wachsende Laden ist als Vorschlag von Yuji Horii uberliefert. Seine Begrundung: damit vom Gespielten wenigstens etwas auf dem Bildschirm bleibt. Wird alles geloscht, halt der Spieler nicht durch.

Es gibt drei Dungeon-Stufen: "ein etwas mysterioser Dungeon", "mysterioser Dungeon" und "noch mysterioserer Dungeon", in den nichts aus dem Lager mitgenommen werden darf. Dort steigt man nur mit dem hinab, was man unterwegs findet.

Wie wurde das Spiel direkt nach dem Erscheinen aufgenommen?

Famitsus Cross Review vergab 9, 7, 8 und 8 Punkte, zusammen 32 von 40 — eine Aufnahme in die Gold Hall of Fame. Die Leser des Famicom Magazine gaben 22,7 von 30. Nach den Zahlen also klar positiv.

Der Werbespruch kam dagegen nicht ganz an. "1000 Mal spielbar" sagte wenig, als diese Spielform auf Heimkonsolen kaum bekannt war.Vorschaubild eines YouTube-Videos, in dem das Spiel auf originaler Super-Famicom-Hardware gespielt wirdVorschaubild eines Spielvideos auf Original-Hardware vom YouTube-Kanal Kitakoshi Channel

In einem Ruckblick von 2026 schreibt Famitsu, viele Spieler seien abgesprungen, ohne zu verstehen, was daran reizvoll ist, wieder auf Stufe 1 zu landen. Sofort verstanden haben es die, die Computerspiele gewohnt waren.

Der Name blieb trotzdem. Spiele mit demselben Aufbau heissen in Japan heute "Fushigi-no-Dungeon-artig". Ein seltener Fall, in dem ein Titel zum Genrenamen wurde.

1995 folgte Shiren the Wanderer. Torneko no Daibouken 2 erschien 1999, Teil 3 im Jahr 2002. Ein Untertitel hat dreissig Jahre Regalflache gefullt.

Wo lasst sich das Spiel 33 Jahre spater heute spielen?

Am 9. September 2026 wurde Torneko no Daibouken: Fushigi no Dungeon — Chotto Suteki na Remaster angekundigt und noch am selben Tag veroffentlicht. Die Steam-Seite nennt als Erscheinungsdatum den 9. September 2026 (Stand 2026-09).

Es lauft auf Nintendo Switch 2, Nintendo Switch, PlayStation 5, Xbox Series X|S, Steam, iOS und Android. Die Standardfassung kostet 3.520 Yen inklusive Steuer (Stand 2026-09).

Inhaltlich ist es ein getreuer Nachbau des Originals, erganzt um ein Monsterlexikon und um Einstellungen fur Monsterzahl und Erfahrungsgewinn. Die Steam-Fassung hat zusatzlich eine Streaming-Funktion, bei der Kommentare der Zuschauer ins Spiel eingreifen.

Ein Spiel vom 19. September 1993 stand am 9. September 2026 nahezu unverandert wieder im Regal. Zehn Tage Unterschied. Nebeneinandergestellt wirken die Jahreszahlen wie ein hubscher Zufall; vor allem heisst es, dass der Entwurf nicht gealtert ist.

Halten wir das Jahr fest: 1993

19. September 1993. Wenn ich die Jahreszahl nicht so festhalte, fuhlt sich ein Text fur mich nie fertig an. Heute, am 19. September 2026, sind es genau 33 Jahre.

Was dieses Spiel hinterlassen hat, ist eine Erkenntnis: Nimmt man den Punkt des Fertigseins aus dem Entwurf, lebt das Produkt lange. Nur wenige Spiele lassen sich 33 Jahre spater nahezu unverandert erneut veroffentlichen.

Wer fallt, ist wieder auf Stufe 1. Trotzdem stellen sich die Leute erneut an den Eingang. An diesem Tag kam dieser Mechanismus auf eine japanische Heimkonsole.

Welches war das erste Spiel, bei dem Sie immer wieder von vorn angefangen haben?

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